
Personenwagen GE 14 Ci
Geschichte:
Dieser Wagen wurde 1907 von der „Aktien-Gesellschaft für die Fabrikation von Eisenbahn-Material zu Görlitz“ als Betriebsnummer 14 für die BGE geliefert. Im Zuge der Betriebseinschränkungen nach dem ersten Weltkrieg kam er an die Bleckeder Kleinbahn als Wagen 14. 1944 nach Übernahme dieser Bahn durch die OHE erhielt er die Nummer 0080 und später OHE TA 0339. Mit dieser Bezeichnung haben wir 1976 den Wagen zurückgekauft.

Durch die OHE wurden diverse Umbauten durchgeführt. So wurden die Original – Fenster durch die OHE – typischen Alu – Fenster ersetzt. Es wurde eine Toilette eingebaut. Bei der BGE gab es in den Personenwagen keine Toiletten. Die ursprüngliche Dampfheizung wurde durch eine Webasto – Warmluftheizung ersetzt.
Dieser Wagen ist das älteste erhaltene Fahrzeug der ehemaligen BGE.

Lüp: 11000 mm
Achsstand: 5250 mm
Gewicht: 12,6 t
Sitzplätze: 46 (3. Klasse) Achsen: 2
Bremsart: KE-Bremse
Heizung: WEBASTO

Personenwagen GE 27 Ci
Dieser Wagen wurde von der Görlitzer Waggonfabrik gebaut und im Jahre 1915 mit der Nummer 27 bei der BGE in Dienst gestellt. Er wurde verkauft an die Bleckeder Kleinbahn und lief dort als Nr. 11. Später kam er zur OHE mit der Nr. 0077 und lief zuletzt mit der Nummer TA 0324.
Für den damit durchgeführten Schülerverkehr wurde die Inneneinrichtung völlig umgebaut. Die alte Aufteilung in zwei Abteile entfiel, es wurden einfache Stahlrohr – Holzbänke in das entstandene Großraumabteil montiert.

Der Wagen wurde 1976 vom Museum für Hamburgische Geschichte erworben und nach einer ersten Überholung für den Betrieb durch die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V. in Dienst gestellt. Wegen Fristablauf ist das Fahrzeug seit 1983 abgestellt. Seit 1989 befindet sich der Wagen in unserem Besitz.
Eine Grundüberholung scheiterte bisher an fehlenden helfenden Händen, sodaß sich das Fahrzeug derzeit in einem optisch recht desolaten Zustand zeigt. Neben der Erneuerung der Beblechung mussten einige schadhafte Balken des Wagenkastens ausgetauscht werden.
Vorgesehen ist eine Rekonstruktion im Zustand der Anlieferung. Ob dies realisierbar und sowohl technisch als auch finanziell vertretbar ist, muss sich zeigen.

Es ist uns gelungen, mit der Aufarbeitung des Wagens im Rahmen einer ABM zu beginnen. Am 10.04.99 verlässt der Wagenkasten auf einem Tieflader unser Gelände und wird nach Schwarzenbek gebracht.


Wir haben die Zeit genutzt und das nun frei zugängliche Fahrgestell aufgearbeitet. Am 28.10.2000 ist der Wagenkasten fast wie neu wieder bei uns eingetroffen.
Letzte Arbeiten an der Bremsanlage sind noch zu tun. Weiterhin fehlt noch die Heizung sowie die Beleuchtung.


Lüp: 12200 mm
Achsstand: 5750 mm
Gewicht: 14,1 t
Sitzplätze: 48 (3. Klasse) Achsen: 2
Bremsart: KE-Bremse Heizung:

Personenwagen GE 35 Ci
Für die gestiegenen Transportleistungen während des ersten Weltkrieges ( speziell der Arbeiterverkehr zu den Geesthachter Rüstungsbetrieben ) lieferte die Görlitzer Waggonfabrik diesen Wagen im Jahre 1917 als Nummer 35 an die BGE. Nach Ende des Personenverkehrs bei der BGE wurde der Wagen verkauft und gelangte schließlich zur Frankfurter Hafenbahn, die ihn zum Streckenbereisungswagen umbaute.


Wir erwarben den Wagen 1980 von den Eisenbahnfreunden Wetterau in Bad Nauheim, um ihn auf seine Heimatgleise zurückzuholen. Nach einer Neulackierung wurde der Wagen bis zur erforderlichen Grundüberholung als Kantinenwagen in Bergedorf – Süd verwendet.


Mit der Aufarbeitung wurde bald darauf begonnen. Wie verrottet die Holzkonstruktion des Wagenkastens schon war, zeigte sich aber erst, nachdem die Blechverkleidung abgebaut war. Sämtliche Zeitplanungen für diesen Wagen waren schlagartig über den Haufen geworfen. Das seitliche Balkenwerk mußte einschließlich der Fensteröffnungen und der Innenverkleidung komplett erneuert werden. Bänke, Gepäckablagen, Zwischenwände und Schiebetüren müssen neu gefertigt werden. Lediglich eine passende Klapptür aus BGE-Zeiten zwischen Raucher – und Nichtraucherabteil wurde in einem Abstellraum des Wasserturms am Geesthachter Bahnhof gefunden.

Wir haben es geschafft !!
Der Wagen ist seit Dezember 2019 wieder im Einsatz.


LüP: 12200 mm
Achsstand: 5750 mm Eigengewicht: 14100 kg Sitzplätze: 48 (3. Klasse) Achsen: 2
Bremsart: KE-Bremse, Handbremse
Heizung: Webasto

Personenwagen GE 47 Ci
Dieser Wagen wurde 1917 in Görlitz für die BGE gebaut und bis zur Einstellung des Personenverkehrs auf deren Strecken eingesetzt. Nach Stillegung der BGE kam er zur Deutschen Eisenbahn-Betriebsgesellschaft ( DEBG ) als Nummer 125. Nach Gründung der SWEG war sein Einsatzort die Nebenbahn Biberach – Oberharmersbach im südlichen Schwarzwald. Hier wurde er von uns aufgespürt und im September 1975 zurückgekauft.

Nach vollständiger Aufarbeitung wurde der Wagen in unseren Museumszug eingereiht. Der Wagen hat noch die Original-Einrichtung wie zu BGE-Zeiten. Lediglich die Fenster wurden schon von der BGE zu festen Scheiben mit Lüftungsklappen umgebaut, da dieser Wagen auch in den durchgehenden BGE – Zügen bis Hamburg Hbf lief. Zum Einsatz mit Dieselloks wurde die Dampfheizung durch eine DOFA – Warmwasserheizung ersetzt. Die Innenbeleuchtung ist heute zwar elektrisch, aber in den ursprünglichen Gaslaternen. So gesehen ist dieser Wagen ein besonders wertvolles Zeugnis der Verkehrsgeschichte dieser Region!

1997 waren die Fristen des Wagens wieder abgelaufen. Um eine Verlängerung zu bekommen, mußte der Wagen gründlich durchgecheckt werden. Dabei stellte sich heraus, daß der Zahn der Zeit wieder kräftig genagt hat. Das Balkenwerk des Wagenkastens ist durch Witterungseinflüsse teilweise zerstört und muß erneuert werden. Da unser Schuppen mittlerweile viel zu klein ist, können diese zeitaufwendigen Arbeiten nur im Freien durchgeführt werden. Bei Kälte und schlechtem Wetter ist jedoch keine Arbeit möglich, sodaß die Aufarbeitung noch lange dauern wird.

LüP: 12200 mm
Achsstand: 5750 mm Eigengewicht: 14100 kg Sitzplätze: 48 (3. Klasse) Achsen: 2
Bremsart: KE-Bremse, Handbremse
Heizung: Dofa – Heizung

Personenwagen Byg 547

1959 auf der Basis eines preussischen Abteilwagenrahmens gebaut
DB Nummer lautete 29-12 547
Der Wagen lief zuletzt bei der Tegernseebahn ( TAG )
verkauft an Bayrisch Schwäbische Museumsbahn e.V. Augsburg
Juni ’97 von GE gekauft
September ’97 Indienststellung bei GE
Lüp: 19460 mm Drehzapfenabstand: 12250 mm Drehgestellbauart: Minden-Deutz leicht
Eigengewicht: 28,6 t
Sitzplätze: 72 (2. Klasse), Achsen: 4 Achsen, 2 pro Drehgestell zugelassene Hg: 120 km/h
Bremsart: KE-GP, Handbremse Heizung: Dampfheizung, Elektroheizung 1000 V E-Ausrüstung: 2 Generatoren, Akkumulatoren Leuchtstoffröhren 110 V

Personenwagen Byg 642

1957 auf der Basis eines preussischen Abteilwagenrahmens gebaut
DB Nummer lautete zuerst 75 443, später dann 50 80 29 – 11 642
Seit 1991 von der GE genutzt
Lüp: 19500 mm Drehzapfenabstand: 12300 mm Drehgestellbauart: Schwanenhals Eigengewicht: 32 t Sitzplätze: 72 (2. Klasse), Achsen: 4 Achsen, 2 pro Drehgestell zugelassene Hg: 120 km/h Bremsart: KE-Bremse, Handbremse Bremsgewicht: P 36 t, G 27 t Heizung: Dampfheizung, Elektroheizung 1000 V E-Ausrüstung: 2 Generatoren, Akkumulatoren Leuchtstoffröhren 110 V

Wagen B1
Nachdem Mitte der dreißiger Jahre die Produktion in den Geesthachter Rüstungsbetrieben wieder angelaufen war, stieg auch das Verkehrsaufkommen auf der Hamburger Marschbahn und auf der Vierländer Eisenbahn. Die BGE beschaffte daher 1936 von der MAN in Nürnberg zwei Dieseltriebwagen und zwei dazu passende Beiwagen.

Nach Einstellung des Personenverkehrs bei der BGE kam ein Beiwagen auf Umwegen zur Hümmlinger Kreisbahn im Emsland. 1975 wurde der Wagen, der schon mehrere Jahre in Werlte abgestellt war, von uns als erstes vereinseigenes Fahrzeug gekauft und nach Hamburg überführt. Die Aufarbeitung des Wagens mußte immer wieder hinausgeschoben werden. Erst nach dem Umzug von HH-Rothenburgsort nach Geesthacht konnte begonnen werden.

In der Zwischenzeit war der Wagen noch Ziel besonderer Eisenbahnfreunde : sämtliche Fenster samt Rahmen wurden total demoliert. Die Aufarbeitung erschwerte sich dadurch nicht unerheblich.

Im April 1987 konnte dann endlich die Abnahme des fast originalgetreu rekonstruierten Fahrzeuges erfolgen. Mittlerweile wurde unser B1 auch dringend zur Verstärkung unseres Museumszuges benötigt. Das jetzige Aussehen entspricht in etwa dem Lieferzustand von 1936; lediglich der ursprünglich vorhandene Kohleofen auf einer der Einstiegsplattformen wurde schon zu BGE – Zeiten durch eine DOFA – Warmwasserheizung ersetzt.
Lüp: 12900 mm
Achsstand: 6800 mm
Gewicht: 10,6 t
Sitzplätze: 59 (3. Klasse) Stehplätze: 26
Achsen: 2
Bremse: KE-Bremse, Handbremse 8 t
Heizung: Dofa-Heizung Lichtanlage: 24 V
